Radfahren auf der Watteninsel Texel
Radfahren auf der Watteninsel Texel
Radfahren auf der Watteninsel Texel ist superschön, aber zu manchen Zeiten auch nicht ganz ungefährlich. Das hängt von der jeweiligen Tageszeit ab, zu der Sie sich aufs Fahrrad begeben. Frühmorgens, so gegen halb zehn, wenn der Tourist Jan noch friedlich schlafend neben seiner Truus liegt, muss erst noch das Frühstück eingenommen werden, und nach dem dünnen Tee wartet dann noch der Kaffee mit Gebäck. Alles in allem dauert es meist bis gegen zwölf Uhr, bevor Truus ihren Jan so weit hat, dass er aufs Fahrrad steigt. Bis dahin herrscht vor allem Stille. Kreischende Möwen ausgenommen – sie sind die Vorboten des Lärms, der am Nachmittag wartet.
Texel-Angebot: ruhig gelegene Unterkünfte auf der Watteninsel Texel:
Ferienvillen mit Sauna am Strand
Ferienhäuser am Wald
Appartments in Texel de Koog am Meer
Familienhäuser in der Nähe des Nationalparks Texel
Zuvor kann der frühe Vogelbeobachter auf dem Fahrrad in aller Ruhe die weite Texeler Weidelandschaft und das trockengefallene Watt genießen: kreisende junge Bussarde und Weihen über den Feldern, Löffler, die durch die sumpfigen Wiesen waten, und massenhaft junge Brachvögel, die eifrig nach ihrem Futter im Schlick des Meeres suchen. Das ist der richtige Moment, um abzusteigen, sich hinzusetzen und zu schauen. Das nennt man Genießen der Einfachheit in Vielfalt.
Nach der Mittagszeit ist es dann endgültig vorbei mit der Ruhe. Die Jans und Truusen dieser Welt erobern die freien Wege. Auf den schmalen Fahrradpfaden heißt es aufpassen, denn eine bunte Gesellschaft von Gegenverkehr bringt Sie mit unglaublichem Unbedacht fast von den Socken.
Dicke Männer mit kugelrunden Bäuchen und ebenso dicke Frauen mit schwankendem Busen sind zu träge, um selbst zu radeln. Sie lassen sich auf ihrem elektrischen Leihroller, der unter der schweren Last fast zusammenbricht, hin und her schaukeln. Kreischende Mädels auf stinkenden Mofas umklammern angeberische Machojungs, die wie wild hupen, um vorbeizukommen.
Zögernde Gruppen von Familienradlern mit Helmen bewegen sich in Schlangenlinien über den Asphalt. Väter rufen ihre Kinder zur Ordnung, Mütter rufen die Väter zur Ordnung. Beim Eisverkäufer steigen sie unvermittelt ab und lassen das Fahrrad einfach an Ort und Stelle stehen.
Hin- und herschwankende Wägelchen für verwöhnte, kläffende Hündchen, die wie ein Fürst von Herrchen oder Frauchen kutschiert werden, machen den Fahrradweg noch schmaler, als er ohnehin schon ist. Und es braucht so viel Platz für die zahlreichen Mieter von E-Bikes, die ungeübt und oft viel zu schnell ihr elektrisches Gefährt lenken, sofern von Lenken überhaupt noch die Rede sein kann.
Radfahren auf Texel – morgens ein Genuss, im Laufe des Nachmittags eine Kamikazeaktion. Seien Sie froh, wenn Sie heil auf dem Campingplatz zurückkommen.
Quelle: Texelse Courant